Eine Menge beantwortet für jedes Ding eine Frage: drin oder nicht drin? Diese Seite stellt die Frage viermal, jedes Mal etwas anders:
Was ist eine Menge?
Die erste Frage: Ist eine Zahl drin oder nicht?
Das Semikolon trennt, weil das Komma im Deutschen das Dezimalzeichen ist: {8,5; 7,2} sind zwei Zahlen, 8,5 und 7,2.
Was passiert, wenn man die Elemente anders aufschreibt?
Die Mächtigkeit |M| ist die Anzahl der verschiedenen Elemente:
Menge
Mächtigkeit
{3; 5; 7}
3
{2; 5; 7; 9}
4
{2; 2; 5}
2, die 2 zählt einmal
Jetzt ihr
a) Ist 5 ∈ {1; 3; 5; 7}? b) Bestimmen Sie |{4; 8; 4; 8; 1}|.
Lösung
a) Ja, die 5 ist drin. b) Die verschiedenen Elemente sind 4, 8 und 1, also 3.
Teilmengen
Die zweite Frage, jetzt für zwei Mengen: Liegt jedes Element von A auch in B?
Man prüft jedes Element von A einzeln. Und wenn ein Element fehlt?
Ein Element draußen reicht schon.
Sind beide Mengen gleich, gilt ⊆, aber nicht ⊂:
Aussage
wahr?
{2; 3} ⊆ {2; 3}
ja
{2; 3} ⊂ {2; 3}
nein
⊆ ist wie ≤ (gleich ist erlaubt), ⊂ ist wie < (echt kleiner).
Achtung: ∈ steht vor einem Element, ⊆ vor einer Menge.
Jetzt ihr
Gilt {1; 4; 5} ⊆ {1; 2; 3; 4; 7}?
Lösung
Nein, die 5 liegt nicht in der zweiten Menge.
Zahlbereiche
Die wichtigsten Mengen sind Zahlbereiche. Sie liegen ineinander wie A in B, das ist wieder die zweite Frage. Warum braucht man mehr als einen?
Eine Zahl liegt in ihrem kleinsten Bereich und in allen äußeren:
Zahl
kleinster Bereich
auch in
5
ℕ
ℤ, ℚ, ℝ
−1
ℤ
ℚ, ℝ
−0,5 = −1/2
ℚ
ℝ
6/3 = 2
ℕ
ℤ, ℚ, ℝ
√2
ℝ
(Es gibt noch einen größeren Bereich, die komplexen Zahlen ℂ. Hier brauchen wir ihn nicht.)
Jetzt ihr
Geben Sie den kleinsten Zahlbereich an: a) −7 b) 0,25 c) π d) 10/5
Lösung
a) ℤ b) ℚ, denn 0,25 = 1/4 c) ℝ d) ℕ, denn 10/5 = 2
Schnittmenge, Vereinigungsmenge, Differenzmenge
Die dritte Frage, für zwei Mengen, die sich überlappen: Was liegt in beiden, was in einer?
Und wenn sich zwei Mengen gar nicht überlappen?
Zum Üben: Eine Menge liegt ganz in der anderen.
Jetzt ihr
S = {2; 3; 4} liegt ganz in T = {1; 2; 3; 4; 7}. Bestimmen Sie a) S ∩ T b) S ∪ T c) S \ T.
Lösung
a) {2; 3; 4} = S b) {1; 2; 3; 4; 7} = T c) ∅, denn kein Element von S liegt außerhalb von T.
Verknüpfte Mengenoperationen
Jetzt kommt die dritte Frage mehrmals hintereinander. Dafür brauchen wir eine neue Menge, die Primzahlen ℙ: natürliche Zahlen größer als 1, die nur durch 1 und durch sich selbst teilbar sind. ℙ = {2; 3; 5; 7; 11; 13; …}. Die 6 = 2 · 3 ist keine Primzahl. (Das Malzeichen ist ·. Man schreibt nicht ×, weil man es leicht mit der Variablen x verwechselt.)
Stehen mehrere Operationen hintereinander, welche rechnet man zuerst?
Spielt es eine Rolle, wo die Klammer steht?
Stehen nur ∪ hintereinander (oder nur ∩), ist es egal, wo die Klammer steht, und sie darf weg. Beispiel mit G = {2; 7; 8; 13} und H = {5; 6; 7}:
Ist eine Menge unendlich, schreibt man das Ergebnis kurz: ℙ ∪ {8} heißt „alle Primzahlen und dazu die 8“.
Jetzt ihr
G = {2; 7; 8; 13}, H = {5; 6; 7}. Bestimmen Sie a) ℙ ∪ G b) G ∪ H ∪ ℙ.
Lösung
a) 2, 7 und 13 sind schon Primzahlen, nur die 8 ist neu: ℙ ∪ {8}. b) Neu zu den Primzahlen kommen nur 6 und 8: ℙ ∪ {6; 8}.
Beschreibende Schreibweise
Die vierte Frage: Welche Zahlen sind drin? Wie schreibt man eine Menge mit vielen Elementen, ohne alle aufzuzählen? Mit einer Regel, die entscheidet, was drin ist.
Der Bereich vor dem Strich entscheidet mit. Was passiert mit derselben Bedingung in einem anderen Bereich?
Bedingung −5 ≤ x ≤ 10:
Bereich
aufgezählt
ℕ
{0; 1; …; 10}
ℤ
{−5; −4; …; 10}
ℝ
geht nicht: unendlich viele
Intervalle
Die Menge in ℝ kann man nicht aufzählen. Dafür gibt es eine Kurzschrift, das Intervall: {x ∈ ℝ | 1 ≤ x ≤ 10} = [1; 10]. Wieder die vierte Frage: Welche Zahlen auf der Zahlengeraden sind drin, und sind die Ränder drin?
Gehört 1,001 zu ]1; 10]? Ja: 1,001 ist größer als 1. Nur die 1 selbst ist nicht drin.
Was bleibt, wenn x außerdem eine natürliche oder ganze Zahl sein soll?
Jetzt ihr
a) Schreiben Sie ]−3; 4] als Bedingung. b) x ∈ ℤ, x ∈ ]−3; 4]: Geben Sie alle x an. Schreiben Sie das Intervall auch mit runden Klammern.
Lösung
a) −3 < x ≤ 4 b) {−2; −1; 0; 1; 2; 3; 4}; ]−3; 4] = (−3; 4]
Rückblick
Alles auf dieser Seite war dieselbe Frage: drin oder nicht drin?
- Menge: 3 ∈ M heißt „3 ist drin“, 2 ∉ M heißt „2 ist nicht drin“. - Teilmenge: A ⊆ B, wenn jedes Element von A auch in B ist. - Zwei Mengen: ∩ (in beiden), ∪ (in einer oder beiden), \ (ohne) wählen die Felder aus. - Zahlen: Bereich und Bedingung, als Sieb oder als Intervall, entscheiden, welche Zahlen drin sind.