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Wie tief ist der Brunnen?
Die Tiefe eines Brunnens lässt sich mit einer Stoppuhr messen. Ihr lasst einen Stein fallen und stoppt die Zeit bis zu dem Moment, in dem ihr den Aufschlag hört. Zum Beispiel: Ihr hört den Aufschlag nach 2,5 s. Schall läuft in Luft mit etwa 300 m/s.
Die Stoppuhr zeigt 2,5 s. Was ist in diesen 2,5 s passiert?
Was die Stoppuhr misst
Der Brunnen ist tief und dunkel. Den Aufschlag seht ihr nicht, ihr hört ihn. Das Platschen muss erst nach oben kommen.
Das kennt ihr vom Gewitter: Der Blitz ist sofort da, der Donner kommt später.
In den 2,5 s stecken zwei Vorgänge, nacheinander:
| Vorgang | Richtung | Bewegung | Zeit |
|---|---|---|---|
| Stein | nach unten | beschleunigt, Start in Ruhe () | |
| Schall | nach oben | gleichförmig, |
Jeder Vorgang hat sein eigenes Gesetz
Beide legen dieselbe Strecke zurück: die Tiefe vom Brunnenrand bis zum Wasser. Jeden Weg zählen wir ab seinem eigenen Start.
Der Stein
Der Stein startet in Ruhe am Rand. Er fällt mit der Fallbeschleunigung , wie jeder Körper beim freien Fall.
| allgemein | Stein | |
|---|---|---|
| Beschleunigung | ||
| Startgeschwindigkeit | ||
| Startort | (am Rand) | |
| Zeit |
Die Zeit steht im Quadrat. Doppelte Zeit heißt vierfache Tiefe:
Der Schall
Der Schall startet am Wasser und läuft gleichförmig nach oben:
| allgemein | Schall | |
|---|---|---|
| Geschwindigkeit | ||
| Startort | (am Wasser) | |
| Zeit |
Zwei Unbekannte, zwei Bedingungen
Unbekannt sind und . Die Zeitgleichung allein reicht nicht. Probiert und :
| Stein | Schall | passt? | |
|---|---|---|---|
| Zeit | ja | ||
| Strecke | nein |
Der Stein muss genauso weit fallen, wie der Schall hochläuft. Das ist die zweite Bedingung:
Einheitenprobe: links , rechts . Beide Seiten sind Meter.
Die Gleichung lösen
Um nur noch zu haben, stellen wir die Zeitgleichung nach um und setzen ein (ab hier ohne Einheiten, Zeiten in s):
Das Quadrat stammt vom fallenden Stein. Die pq-Formel braucht vor eine 1. Darum teilen wir jede Zahl durch (Taschenrechner):
| Zahl | |||
|---|---|---|---|
| vorher | |||
| geteilt durch |
In der pq-Formel steht . Aus wird :
| Wert | passt zum Vorgang? | |
|---|---|---|
| ja, zwischen und | ||
| nein, 63 s vor dem Loslassen |
Die Rechnung liefert zwei Zahlen. Nur eine davon passt zum Stein.
Ergebnis: , ,
Probe
ist winzig. Darum rechnet ihr mit vier Nachkommastellen bis zum Ende:
Warum ist der Schall so schnell fertig? Vergleicht die Durchschnittsgeschwindigkeiten, also Strecke geteilt durch Zeit:
| Strecke : Zeit | Durchschnitt | |
|---|---|---|
| Stein | ||
| Schall |
Der Schall ist rund 25-mal so schnell. Für dieselbe Strecke braucht er rund ein 25stel der Zeit.
Schema: Fall und Schall
Hier steht das eben Gerechnete allgemein, für die gemessene Zeit und die Schallgeschwindigkeit :
1. Zeitbedingung: 2. Streckenbedingung: 3. Bedingungen verbinden: einsetzen, alles auf eine Seite bringen: 4. Gleichung lösen (Schema pq-Formel), nur behalten 5. , dann 6. Probe:
Schema: pq-Formel
Hier steht der Lösungsschritt 4 allgemein, für :
1. Durch teilen: mit , 2. und ausrechnen 3. Unter der Wurzel : ist negativ, wird addiert 4. , beide Werte ausrechnen 5. Nur den Wert behalten, der zum Vorgang passt 6. Zwischenwerte mit vier Nachkommastellen, erst das Ergebnis runden
Und ohne Schall?
Wer den Schall weglässt, gibt dem Stein die ganzen 2,5 s:
Bei einem tieferen Brunnen, gehört nach 4 s, liefert das Schema oben :
| gehört nach | mit Schall | ohne Schall: | zu tief um |
|---|---|---|---|
Je tiefer der Brunnen, desto größer der Fehler.
Unser Modell lässt weg: den Luftwiderstand (die Luft bremst den Stein ein wenig) und eure Reaktionszeit (bis die Hand die Uhr stoppt). Darum geben wir die Tiefe auf 0,1 m gerundet an: .