Ein Satz aus dem Markt wird ein Punkt im Achsenkreuz.
Was genau sagt so ein Punkt?
Hinter den Punkten steht eine Regel: die Preisfunktion der NachfragepN(x). Sie sagt, zu welchem Preis die Käufer zusammen genau x ME kaufen wollen.
Jede Spalte der Tabelle ist ein Punkt (x∣pN(x)) des Graphen.
Warum fällt die Kurve?
Fünf Käufer wollen je 1 ME. Jeder zahlt höchstens seinen Betrag: 50, 40, 30, 20 oder 10 GE.
Mit vielen Käufern wird aus der Treppe eine Kurve.
Höchstpreis und Sättigungsmenge
Die Kurve trifft beide Achsen. Beide Punkte haben einen Namen.
pN(0)=100
Höchstpreis: 100 GE/ME. Zu diesem Preis kauft niemand mehr.
−2x+100=0⇒x=50
Sättigungsmenge: xS=50 ME. Mehr lässt sich nicht einmal verschenken. Der ökonomische Definitionsbereich ist Do¨k=[0;50].
Die Menge zu einem gegebenen Preis
pN macht aus einer Menge einen Preis. Jetzt ist der Preis gegeben.
−2x+100−2xx=80=−20=10
Merken: Menge gegeben, dann einsetzen. Preis gegeben, dann pN(x)=Preis lösen.
Jetzt du.
Jetzt ihr
a) Wie viel wird bei 40 GE/ME gekauft?
Lösung
−2x+100=40⇒−2x=−60⇒x=30, also 30 ME
Die Steigung: eine ME mehr
Was heißt die Steigung −2 im Markt?
Merken: pN′(x) ist ungefähr die Preisänderung für eine ME mehr, in GE/ME.
Eine Parabel als Nachfrage
Die Handgriffe bleiben dieselben, auch wenn die Kurve gebogen ist.
−0,5x2+50x2x=0=100=10oder−10
Nur die Lösung in Do¨k gilt.
Beispiele: die Nachfragekurve lesen
Immer dieselben drei Handgriffe: pN(0), pN(x)=0, pN(x)=Preis.
A)pN(x)=−4x+60
Handgriff
Rechnung
Ergebnis
Höchstpreis
pN(0)=60
60 GE/ME
Sättigungsmenge
−4x+60=0
15 ME, Do¨k=[0;15]
bei 40 GE/ME
−4x=−20
5 ME
B)pN(x)=−0,5x+40
Handgriff
Rechnung
Ergebnis
Höchstpreis
pN(0)=40
40 GE/ME
Sättigungsmenge
−0,5x+40=0
80 ME, Do¨k=[0;80]
bei 30 GE/ME
−0,5x=−10
20 ME
C)pN(x)=−2x2+200
Handgriff
Rechnung
Ergebnis
Höchstpreis
pN(0)=200
200 GE/ME
Sättigungsmenge
x2=100, x=10 oder ~~−10~~
10 ME, Do¨k=[0;10]
bei 128 GE/ME
x2=36, x=6 oder ~~−6~~
6 ME
Eine Lösung kann auch hinter der Sättigungsmenge liegen.
D)pN(x)=−x2−4x+96
Handgriff
Rechnung
Ergebnis
Höchstpreis
pN(0)=96
96 GE/ME
Sättigungsmenge
x=−2±10: 8 oder ~~−12~~
8 ME, Do¨k=[0;8]
bei 84 GE/ME
x=−2±4: 2 oder ~~−6~~
2 ME
E)pN(x)=0,5x2−10x+50
Handgriff
Rechnung
Ergebnis
Höchstpreis
pN(0)=50
50 GE/ME
Sättigungsmenge
x=10±0
10 ME, Do¨k=[0;10]
bei 32 GE/ME
x=10±8: 2 oder ~~18~~ (18>10)
2 ME
F)pN(x)=−0,1x3+100
Handgriff
Rechnung
Ergebnis
Höchstpreis
pN(0)=100
100 GE/ME
Sättigungsmenge
x3=1000, x=31000
10 ME, Do¨k=[0;10]
bei 87,5 GE/ME
x3=125, x=3125
5 ME
Die Kurven von C, D und E im Bild:
Übungen: die Nachfragekurve lesen
Bestimmt jeweils Höchstpreis, Sättigungsmenge und Do¨k.
Jetzt ihr
a) pN(x)=−5x+80, dazu die Menge bei 30 GE/ME.
Lösung
Höchstpreis pN(0)=80 GE/ME; −5x+80=0⇒x=16, Sättigungsmenge 16 ME, Do¨k=[0;16]; −5x+80=30⇒x=10, also 10 ME
Jetzt ihr
a) pN(x)=−x2−6x+40, dazu die Menge bei 24 GE/ME.
Lösung
Höchstpreis 40 GE/ME; x2+6x−40=0⇒x=−3±7, also 4 oder −10: Sättigungsmenge 4 ME, Do¨k=[0;4]; x2+6x−16=0⇒x=−3±5, also 2 oder −8: 2 ME
Jetzt ihr
a) pN(x)=0,05x2−4x+80, dazu pN′(10) und seine Bedeutung.
Lösung
Höchstpreis 80 GE/ME; x2−80x+1600=0⇒x=40, Sättigungsmenge 40 ME, Do¨k=[0;40]; pN′(x)=0,1x−4, pN′(10)=−3: bei 10 ME muss der Preis für eine ME mehr um etwa 3 GE/ME sinken
Eine Preisfunktion aufstellen
Aufstellen heißt: aus Angaben über Preise und Mengen den Term bauen. Jede Angabe wird eine Bedingung, wie bei der Rekonstruktion.
Aus den zwei Punkten wird die Gerade.
pN(x)=−0,4x+32
Merken: Die Zahl mit ME ist die Menge x, die Zahl mit GE/ME der Preis p. Im Punkt steht die Menge vorn: (x∣p).
Jetzt du.
Jetzt ihr
a) „30 ME werden gekauft, wenn eine ME 24 GE kostet. Bei 18 GE/ME sind es 45 ME.“ Stellt die lineare Preisfunktion auf.
Die Erlösfunktion sagt für jede Menge x, wie viel Geld beim Verkaufen hereinkommt.
E(40)=12⋅40=480
Fester Preis: das Polypol
Kann der Bauer mehr verlangen?
Woher kommen die 12 GE/ME? Aus dem ganzen Weizenmarkt, mit x in Mio. ME.
−2x+168xpN(2)=2x+8=4x=2=12
Wie viel davon verkauft ein einzelner Bauer?
Was bringt der feste Preis dem Bauern bei jeder Menge?
Jetzt ihr
a) Auf einem Markt gilt pN(x)=−3x+40 und pA(x)=2x+10, mit x in Mio. ME. Ein Anbieter kann höchstens 300 ME herstellen. Wie lauten E(x) und E′(x)? Wie groß ist sein Höchsterlös?
Lösung
−3x+40=2x+10 ergibt x=6 und den Preis pN(6)=22 GE/ME; E(x)=22x, E′(x)=22, Höchsterlös E(300)=6600 GE
Preis aus der Nachfrage: das Monopol
Beim Bauern bleibt die Höhe des Rechtecks fest.
Warum verlangt das Wasserwerk nicht einfach einen sehr hohen Preis?
Welcher Punkt auf der Geraden bringt den meisten Erlös?
Mit einer Kapazitätsgrenze zählen nur die Mengen bis zu dieser Grenze.
Nach E′(x)=0 entscheidet die Lage der Stelle.
Jetzt ihr
a) pN(x)=−4x+120, Kapazitätsgrenze 10 ME.
Lösung
E′(x)=−8x+120=0 bei x=15, hinter der Grenze; xE=10, Höchsterlös E(10)=80⋅10=800 GE bei 80 GE/ME
Jetzt ihr
a) pN(x)=−4x+120, Kapazitätsgrenze 20 ME.
Lösung
xE=15 liegt vor der Grenze; H(15∣900), 15 ME zu 60 GE/ME
Bestimmt jeweils die erlösmaximale Menge, den zugehörigen Preis und den Höchsterlös.
Jetzt ihr
a) pN(x)=−5x+100
Lösung
E(x)=−5x2+100x; E′(x)=−10x+100=0, xE=10; E′′(10)=−10<0; pN(10)=50; E(10)=500. Antwort: H(10∣500), 10 ME zu 50 GE/ME bringen 500 GE.
b) Höchstpreis 36 GE/ME, Sättigungsmenge 12 ME (Lösung: m=12−00−36=−3, pN(x)=−3x+36; E(x)=−3x2+36x; E′(x)=−6x+36=0, xE=6; E′′(6)=−6<0; pN(6)=18; E(6)=108. Antwort: H(6∣108), 6 ME zu 18 GE/ME bringen 108 GE.)
c) Zu 48 GE/ME kaufen die Kunden 10 ME, zu 36 GE/ME kaufen sie 20 ME. (Lösung: m=20−1036−48=−1,2; 48=−1,2⋅10+pN(0), also pN(0)=60; E(x)=−1,2x2+60x; E′(x)=−2,4x+60=0, xE=25; E′′(25)=−2,4<0; pN(25)=30; E(25)=750. Antwort: H(25∣750), 25 ME zu 30 GE/ME bringen 750 GE.)
d) E(x)=−3x2+120x; bestimmt auch Höchstpreis und Sättigungsmenge. (Lösung: E(x)=(−3x+120)⋅x, also pN(x)=−3x+120; Höchstpreis pN(0)=120 GE/ME; −3x+120=0 ergibt die Sättigungsmenge 40 ME; E′(x)=−6x+120=0, xE=20; E′′(20)=−6<0; pN(20)=60; E(20)=1200. Antwort: H(20∣1200), 20 ME zu 60 GE/ME bringen 1200 GE.)
e) pN(x)=−0,1x2+30 (Lösung: E(x)=−0,1x3+30x; E′(x)=−0,3x2+30=0, x2=100, xE=10 (−10 ist keine Menge); E′′(10)=−6<0; pN(10)=20; E(10)=200. Antwort: H(10∣200), 10 ME zu 20 GE/ME bringen 200 GE.)
f) pN(x)=−0,8x+80, Kapazitätsgrenze 40 ME (Lösung: E(x)=−0,8x2+80x; E′(x)=−1,6x+80=0 bei x=50, hinter der Grenze 40; xE=40; pN(40)=48; E(40)=1920. Antwort: An der Kapazitätsgrenze bringen 40 ME zu 48 GE/ME 1920 GE.)
g) pN(x)=−0,8x+80, Kapazitätsgrenze 60 ME (Lösung: E′(x)=−1,6x+80=0, xE=50, vor der Grenze 60; E′′(50)=−1,6<0; pN(50)=40; E(50)=2000. Antwort: H(50∣2000), 50 ME zu 40 GE/ME bringen 2000 GE.)
Der Grenzerlös
Der Grenzerlös E′(x) ist die Steigung der Erlöskurve. Er sagt ungefähr, um wie viel GE der Erlös mit der nächsten ME steigt.
15,6−10⋅0,4=11,6
Was sagt die Ableitung dazu?
Im Polypol ist die Erlöskurve selbst eine Gerade. Dort stimmt der Grenzerlös genau.
Wie hoch ist der Grenzerlös bei jeder Menge?
Was geschieht hinter dem Hochpunkt?
x
E(x)
E′(x)
So steigt der Erlös
10
160
12
mehr verkaufen
25
250
0
gar nicht
40
160
−12
weniger verkaufen
Am Hochpunkt war E′′(25)=−0,8<0 die hinreichende Bedingung.
Beim Bauern im Polypol ist das anders:
Im Polypol sinkt der Grenzerlös nie. Er bleibt 12 GE/ME und wird nie 0. Darum hat E(x)=12x keinen Hochpunkt.
Das Wasserwerk verkauft 10 ME, dort ist E′(10)=12 GE/ME.
Ein Monopolist hat die Preisfunktion pN(x)=−4x+80, also E(x)=−4x2+80x und E′(x)=−8x+80. Berechnet bei der Menge den Grenzerlös, den Preis und den Erlös. Steigt der Erlös, wenn er mehr oder wenn er weniger verkauft?
Jetzt ihr
a) 5 ME
Lösung
E′(5)=40 GE/ME, pN(5)=60 GE/ME, E(5)=300 GE; mehr verkaufen
b) 10 ME (Lösung: E′(10)=0 GE/ME, pN(10)=40 GE/ME, E(10)=400 GE; gar nicht: Höchsterlös)
c) 15 ME (Lösung: E′(15)=−40 GE/ME, pN(15)=20 GE/ME, E(15)=300 GE; weniger verkaufen)
d) Um wie viel GE steigt der Erlös genau, wenn der Monopolist 6 statt 5 ME verkauft? Vergleicht mit dem Grenzerlös aus a). (Lösung: pN(6)=56, E(6)=56⋅6=336, E(6)−E(5)=336−300=36 GE. Der Grenzerlös E′(5)=40 GE/ME sagt ungefähr dasselbe.)
e) Um wie viel GE ändert sich der Erlös, wenn der Monopolist 15 statt 5 ME verkauft? (Lösung: E(15)−E(5)=300−300=0. Der Erlös ändert sich nicht; 10⋅40=400 GE mit dem Grenzerlös aus a) wäre falsch.)
Höchsterlös und Gewinn
Das Wasserwerk mit pN(x)=−0,4x+20 hat nun auch Kosten.
Gewinnfunktion und Gewinnzone
Erlös und Kosten kennt ihr schon. Jetzt geht es darum, was übrig bleibt.
Der Abstand zwischen Erlös und Kosten ist der Gewinn. Unten tragen wir ihn als eigenen Graphen auf.
G(x)=E(x)−K(x)
G(x)=6x−30
Die Gewinnschwelle
Die Gewinnschwelle ist die Menge, bei der der Verlust in Gewinn übergeht.
An der Gewinnschwelle ist G(x)=0.
Ergebnis: Gewinnschwelle 5 ME.
Gewinngrenze und Gewinnzone
Die Gewinngrenze ist die Menge, bei der der Gewinn wieder in Verlust übergeht. Das zeigt ein Monopolist.
Jetzt kommen die Kosten dazu.
Die Gewinnzone sind alle Mengen, bei denen G(x)>0 ist.
b) Polypol: Marktpreis 28 GE je ME, K(x)=x3−9x2+30x+48 (Lösung: G(x)=28x−(x3−9x2+30x+48)=−x3+9x2−2x−48; raten: G(1)=−42, G(2)=−24, G(3)=−27+81−6−48=0 ✓; Polynomdivision (−x3+9x2−2x−48):(x−3)=−x2+6x+16: −(−x3+3x2) lässt 6x2−2x, −(6x2−18x) lässt 16x−48, −(16x−48) lässt 0; −x2+6x+16=0∣⋅(−1) ergibt x2−6x−16=0; x1,2=3±9+16=3±5, also x1=−2 (fällt weg), x2=8; Vorzeichen: G(0)=−48<0, G(5)=42>0, G(9)=−66<0; Gewinnschwelle 3 ME, Gewinngrenze 8 ME, Gewinnzone 3<x<8)
c) Monopol: pN(x)=12−x, K(x)=2x+30 (Lösung: E(x)=(12−x)⋅x=12x−x2; G(x)=12x−x2−(2x+30)=−x2+10x−30; −x2+10x−30=0∣⋅(−1) ergibt x2−10x+30=0; x1,2=5±25−30=5±−5: keine Nullstelle; Vorzeichen: G(0)=−30<0, und ohne Nullstelle bleibt G negativ; keine Gewinnzone, der Monopolist macht bei jeder Menge Verlust)
d) Polypol: Marktpreis 12 GE je ME, K(x)=8x+20, höchstens 30 ME (Lösung: G(x)=12x−(8x+20)=4x−20; 4x−20=0, also x=5; Vorzeichen: G(0)=−20<0, G(30)=100>0; Gewinnschwelle 5 ME, keine Gewinngrenze, Gewinnzone 5<x≤30)
Gewinnfunktion, Gewinnmaximum, Cournotscher Punkt
Gewinn als Abstand
Fahrradlampen: Jede kostet auf dem Markt 10 GE. Die Kosten sind 30 GE fest, dazu 4 GE je Lampe.
Gewinn ist Erlös minus Kosten:
G(x)=E(x)−K(x)
G(x)=10x−(4x+30)
G(x)=6x−30
Bei 2 Lampen liegen die Kosten oben: G(2)=20−38=−18. Das ist ein Verlust. Bei 8 Lampen liegt der Erlös oben: G(8)=80−62=18. Das ist ein Gewinn.
Die Abstände bilden selbst einen Graphen: die Gewinnfunktion. Bei 0 Lampen ist G(0)=−30. Die Fixkosten bleiben als Verlust.
Das Gewinnmaximum am Monopolisten
Ein Monopolist bestimmt den Preis selbst: pN(x)=10−x. Seine Kosten sind K(x)=2x+7.
Für den Gewinn nimmt man erst alle Terme von E, dann alle von K mit umgedrehtem Vorzeichen:
G(x)=−x2+8x−7
Mehr als 10 ME kauft niemand, denn pN(10)=10−10=0. Die möglichen Mengen sind 0≤x≤10.
Oben ist die Kurve flach: G′(x)=−2x+8=0 ergibt x=4. Wegen G′′(x)=−2<0 ist das ein Hochpunkt mit G(4)=−16+32−7=9, also H(4∣9).
Die Ränder: G(0)=−7 und G(10)=−100+80−7=−27. Vergleich: 9>−7>−27. Die gewinnmaximale Menge ist 4 ME, der maximale Gewinn 9 GE.
So geht es jedes Mal:
Wo das Maximum auch liegen kann
Drei Fälle, jedes Mal mit demselben Schema.
a) Preis 60 GE je ME, K(x)=x3−12x2+60x+98, höchstens 10 ME. Es gibt zwei flache Stellen, x=0 und x=8. Nur eine ist oben: G′′(0)=24>0, G′′(8)=−24<0. Die Ränder geben −98 und 102; 158 gewinnt.
b) Preis 10 GE je ME, K(x)=4x+30, höchstens 20 ME. G′(x)=6 ist nie 0: keine flache Stelle. Der rechte Rand gewinnt mit G(20)=90.
c) pN(x)=20−x, K(x)=4x+28, höchstens 5 ME. Die flache Stelle x=8 liegt hinter der Grenze und fällt weg. Der Rand gewinnt mit G(5)=27.
Ein Maximum am Rand heißt Randmaximum.
Merken: Das Gewinnmaximum ist der größte Wert von G unter allen möglichen Mengen. Kandidaten sind die Hochpunkte und die Ränder.
Jetzt ihr
a) Polypol, Marktpreis 15 GE je ME, K(x)=x3−6x2+15x+10, höchstens 5 ME. Bestimmt die gewinnmaximale Menge und den maximalen Gewinn.
Lösung
G(x)=−x3+6x2−10; G′(x)=−3x(x−4)=0 bei 0 und 4; G′′(4)=−12<0, H(4∣22); Ränder G(0)=−10, G(5)=15; gewinnmaximale Menge 4 ME, maximaler Gewinn 22 GE
1. Gewinnfunktion aufstellen und die möglichen Mengen notieren. 2. Notwendige Bedingung: G′(x)=0. 3. Hinreichende Bedingung: G′′(x)<0 zeigt einen Hochpunkt. 4. Ränder: G an beiden Rändern berechnen. 5. Vergleich: Der größte Wert gewinnt. 6. Antwort: Menge in ME, Gewinn in GE.
b) Polypol: Marktpreis 36 GE je ME, K(x)=x3−15x2+84x+20, höchstens 10 ME. (Lösung: G(x)=−x3+15x2−48x−20; G′(x)=0 ergibt x2−10x+16=0, x=2 oder x=8; G′′(2)=18>0 Tiefpunkt, G′′(8)=−18<0 Hochpunkt; G(8)=44; Ränder G(0)=−20, G(10)=0; 8 ME, maximaler Gewinn 44 GE)
c) Polypol: Marktpreis 30 GE je ME, K(x)=x3−12x2+51x+50, höchstens 6 ME. (Lösung: G(x)=−x3+12x2−21x−50; G′(x)=0 ergibt x2−8x+7=0, x=1 oder x=7; 7 liegt über der Grenze; G′′(1)=18>0 Tiefpunkt; Ränder G(0)=−50, G(6)=40; 6 ME, maximaler Gewinn 40 GE, ein Randmaximum)
Grenzerlös gleich Grenzkosten
Zurück zum Monopolisten mit pN(x)=10−x und K(x)=2x+7.
Aus G=E−K folgt G′=E′−K′. Also heißt G′=0 dasselbe wie E′=K′. Mit E′(x)=10−2x und K′(x)=2 gibt 10−2x=2 wieder x=4.
Bei 1 ME ist E(1)=K(1)=9: gleich hoch, das ist die Gewinnschwelle. Bei 4 ME ist E′(4)=K′(4)=2: gleich steil, dort ist der Abstand am größten.
Warum? Rechnen wir jede ME einzeln:
Die 4. ME bringt 24−21=3 GE und kostet 2 GE: +1. Die 5. ME bringt nur 1 GE und kostet 2 GE: −1. Darum ist bei 4 ME Schluss.
Links von 4 liegt E′ über K′: G steigt. Rechts liegt E′ darunter: G fällt.
Merken: E = K, gleich hoch: Gewinnschwelle oder Gewinngrenze. E' = K', gleich steil: Kandidat für das Gewinnmaximum.
Polypol: Preis gleich Grenzkosten
Im Polypol bringt jede ME genau den Preis p. Also ist E′(x)=p, und aus E′=K′ wird K′(x)=p.
Zum Beispiel Preis 60 GE je ME und K(x)=x3−12x2+60x+98:
K′(x)=3x2−24x+60
3x2−24x+60=60
3x(x−8)=0
Also x=0 oder x=8: dieselben Kandidaten wie mit G′(x)=0, der Tiefpunkt T(0∣−98) und der Hochpunkt H(8∣158).
Zwischen 0 und 8 liegt K′ unter dem Preis: G steigt. Hinter 8 liegt K′ darüber: G fällt. Bei 4 ME liegen Preis und Grenzkosten am weitesten auseinander. Dort steigt G am schnellsten, aber G(4)=30. Am größten ist G bei 8 ME, wo der Abstand 0 ist.
Monopol: Grenzerlös unter dem Preis
Der Monopolist mit pN(x)=10−x verkauft 4 ME zu je 6 GE: 24 GE. Für die 5. ME senkt er den Preis auf 5 GE, und zwar für alle: 5⋅5=25 GE. Er bekommt +5 für die neue ME und verliert 4 an den alten. Der Erlös wächst nur um 1 GE.
Darum liegt der Grenzerlös E′(x)=10−2x unter dem Preis pN(x)=10−x.
E′=K′: 10−2x=2, also x=4 und G(4)=9. Dagegen wäre pN=K′: 10−x=2, also x=8 und G(8)=−64+64−7=−7. Das ist ein Verlust.
Merken: Grenzerlös gleich Grenzkosten gilt für jeden Betrieb. Preis gleich Grenzkosten gilt nur im Polypol, denn nur dort ist E'(x) = p.
Jetzt ihr
a) Ein Monopolist hat pN(x)=18−2x und K(x)=2x+12. Bestimmt die gewinnmaximale Menge mit E′(x)=K′(x) und den maximalen Gewinn.
Stückkosten sind die Kosten je Stück: k(x)=K(x):x. Beim Betrieb mit Preis 60 und K(8)=322 ist k(8)=322:8=40,25. Der Stückgewinn ist Preis minus Stückkosten: 60−40,25=19,75. Der Gewinn ist Menge mal Stückgewinn:
G(x)=x⋅(p−k(x))
8⋅19,75=158
Im Betriebsoptimum sind die Stückkosten am kleinsten, hier bei 7 ME mit k(7)=39. Dort ist der Stückgewinn am größten: 60−39=21. Der Gewinn ist dort aber erst 7⋅21=147.
Bei 8 ME ist das Rechteck flacher, aber breiter: 158. Bei 9 ME sind es nur 145. Die 8. ME kostet K(8)−K(7)=322−273=49 GE und bringt 60: Sie lohnt sich. Die 9. kostet 395−322=73 GE: Sie lohnt sich nicht.
Merken: Der Stückgewinn ist im Betriebsoptimum am größten. Der Gesamtgewinn wächst weiter, solange die nächste ME weniger kostet als der Preis.
Sinkt der Marktpreis, schrumpft die Gewinnzone. Gewinn gibt es nur, wo die Preislinie über der k-Kurve liegt. Bei 39 GE berührt sie nur noch das Betriebsoptimum: G(7)=7⋅(39−39)=0. Das ist die langfristige Preisuntergrenze.
Der Cournotsche Punkt
Mit der Menge wählt der Monopolist auch den Preis, denn zu jeder Menge gehört ein Preis auf der Nachfragegeraden. Der Punkt mit dem größten Gewinn heißt Cournotscher Punkt C.
pC=pN(4)=6
Also C(4∣6): Der Monopolist verkauft 4 ME zu 6 GE je ME, sein Gewinn ist 9 GE. C liegt senkrecht über S(4∣2), dem Schnitt von Grenzerlös und Grenzkosten.
Jede Menge hat ihren Preis und ihren Gewinn. Gewinn macht er zu Preisen zwischen 3 und 9 GE. Vom Cournotschen Punkt zum Erlösmaximum steigt der Erlös um 1 GE, die Kosten steigen um 2 GE. Darum verkauft er weniger und teurer.
Mit ertragsgesetzlichen Kosten geht es genauso: Bei pN(x)=36−3x und K(x)=x3−3x2+9x+10 ist G(x)=−x3+27x−10. Aus G′(x)=−3x2+27=0 folgt x=3, denn x=−3 fällt weg. G(3)=44, pC=27, also C(3∣27).
Die Miete steigt: Fixkosten 12 statt 7 GE. Die Parabel rutscht um 5 nach unten, der Scheitel bleibt bei 4. Fixkosten fallen beim Ableiten weg. Bei 16 GE berührt der Scheitel die Achse, bei 20 GE liegt er bei −4. Das Beste ist dann ein Verlust von 4 GE: Das Maximum ist der kleinste Verlust.
Merken: Fixkosten ändern den Gewinn, aber nicht die gewinnmaximale Menge und nicht den Preis.
Jetzt ihr
a) Ein Monopolist hat pN(x)=16−2x und K(x)=4x+10. Bestimmt den Cournotschen Punkt und den maximalen Gewinn.