Nachfragefunktion (Preisfunktion), Marktgleichgewicht

Die Preisfunktion sagt für jede Menge, zu welchem Preis diese Menge gekauft wird. Ein Betrieb verkauft Apfelsaft. Seine Preisfunktion lautet

Dabei ist die Menge in Mengeneinheiten (ME) und der Preis in Geldeinheiten (GE) je ME. Zum Beispiel:

Sechs ME gehen für 8 GE je ME weg.

Nachfragekurve mit Höchstpreis und Sättigungsmenge

ist das : die Höhe des Graphen über der Stelle . Die Menge steht waagerecht, der Preis senkrecht.

Preise ablesen

x (ME) p (GE) 2 4 6 8 10 5 10 15 20 143 86 48 Nachfrage

Mehr Menge geht nur zu kleinerem Preis. Diese fallende Preisfunktion heißt Nachfragefunktion oder Preis-Absatz-Funktion.

Weitere Beispiele:

PreisfunktiongesuchtRechnung
a)
b)
c)
d)
e)

Merken: Menge einsetzen, Preis kommt heraus.

Jetzt ihr
, gesucht .
Lösung

Höchstpreis und Sättigungsmenge

Die Kurve hat zwei Ränder. Oben der Preis bei der Menge , unten die Menge beim Preis .

Der obere Rand heißt Höchstpreis oder Prohibitivpreis: ab 20 GE kauft niemand mehr. Der untere Rand heißt Sättigungsmenge: mehr als 10 ME nimmt der Markt auch geschenkt nicht.

Nachfragekurve mit Höchstpreis 20 GE und Sättigungsmenge 10 ME

Weitere Beispiele:

PreisfunktionHöchstpreis Sättigungsmenge ()
a)
b)
c)
d)
e)

Merken: Höchstpreis ist die Zahl ohne . Sättigungsmenge ist diese Zahl geteilt durch die Zahl vor dem .

Jetzt ihr
.
Lösung
Höchstpreis GE, Sättigungsmenge ME

Die Steigung der Preisfunktion

Die Ableitung sagt, um wie viel GE der Preis sich ändert, wenn eine ME mehr verkauft wird.

Doppelgraph: oben die Preisfunktion, darunter ihre Ableitung

Jede weitere ME drückt den Preis um 2 GE. Das Minus zeigt das Fallen, und die steht an jeder Stelle gleich: die Gerade unten liegt waagerecht.

Weitere Beispiele:

PreisfunktionAbleitungDeutung
a)je ME 2 GE weniger
b)je ME 3 GE weniger
c)je ME 0,50 GE weniger
d)je ME 1 GE weniger
e)je ME 1 GE mehr

Merken: Die Ableitung der Preisfunktion ist die Preisänderung je zusätzlicher ME. Minus heißt fallen, Plus heißt steigen.

Jetzt ihr
, gesucht und seine Deutung.
Lösung
, je ME 4 GE weniger

Die Preisfunktion aufstellen

Meist kennt ihr keine Formel, sondern zwei Messungen. Um daraus die Preisfunktion zu bekommen, holt ihr zuerst das .

Bei 2 ME zahlen die Kunden 16 GE, bei 5 ME nur noch 10 GE.

Herleitung:

Das kommt aus einem der beiden Punkte. eingesetzt:

x (ME) p (GE) 2 4 6 8 10 5 10 15 20 P₁(2 | 16) P₂(5 | 10) Δx = 3 Δp = −6 m = −6 : 3 = −2 b = 20

Probe mit dem zweiten Punkt:

Schema:

1. Steigung aus beiden Punkten: 2. einen Punkt in einsetzen und nach auflösen 3. Preisfunktion hinschreiben: 4. Probe mit dem anderen Punkt

Weitere Beispiele:

PunktePreisfunktion
a),
b),
c),
Jetzt ihr
, .
Lösung
, , also

Der ökonomische Definitionsbereich

Negative Mengen gibt es nicht, negative Preise auch nicht. Von der ganzen Geraden bleibt darum nur das Stück zwischen den beiden Rändern.

Nur das Stück zwischen 0 und der Sättigungsmenge ist ökonomisch sinnvoll

Für :

Merken: Der ökonomische Definitionsbereich geht von bis zur Sättigungsmenge.

Jetzt ihr
.
Lösung

Die Angebotsfunktion

Die Angebotsfunktion sagt, zu welchem Preis die Betriebe eine bestimmte Menge liefern. Sie steigt: größere Mengen liefern sie nur für mehr Geld. Zum Beispiel:

Angebotskurve mit Mindestangebotspreis

Der Rand unten heißt Mindestangebotspreis: unter 2 GE liefert niemand.

Weitere Beispiele:

AngebotsfunktionMindestangebotspreis Ableitung
a)
b)
c)
d)

Merken: Die Angebotsfunktion steigt, ihre Ableitung ist positiv. Der Mindestangebotspreis ist die Zahl ohne .

Jetzt ihr
, gesucht Mindestangebotspreis und .
Lösung
GE und GE

Das Marktgleichgewicht

Ein Handel kommt zustande, wenn Kunden und Betriebe bei derselben Menge denselben Preis meinen. Derselbe Preis heißt gleiche Höhe der beiden Funktionen:

Den Preis holt ihr aus einer der beiden Gleichungen. Beide gehen, denn bei dieser Menge tragen beide denselben Preis:

Probe in der anderen:

Gleichgewichtsmenge ME, Gleichgewichtspreis GE, also .

x (ME) p (GE) 2 4 6 8 10 5 10 15 20 Nachfrage Angebot 12 6 ME Überangebot 8S(6 | 8)

Schema:

1. beide Preisfunktionen gleichsetzen: 2. die Gleichung nach lösen, das ist die Gleichgewichtsmenge 3. dieses in eine der beiden Funktionen einsetzen, das ist der Gleichgewichtspreis 4. Probe in der anderen Funktion 5. Antwort als Punkt:

Weitere Beispiele:

NachfrageAngebotGleichsetzenMengePreisAntwort
a)
b)
c)
d)
e)

Merken: Gleichsetzen, nach auflösen, einsetzen, Antwort .

Jetzt ihr
und .
Lösung
, , , also

Preise über und unter dem Gleichgewicht

Überangebot bei 12 GE, Übernachfrage bei 6 GE
Preisnachgefragt angeboten UnterschiedName
a) GE ME ME ME zu vielÜberangebot (Angebotsüberschuss)
b) GE ME ME MEMarktgleichgewicht
c) GE ME ME ME zu wenigÜbernachfrage (Nachfrageüberschuss)

Merken: Über dem Gleichgewichtspreis bleibt Ware liegen, darunter fehlt Ware. Nur im Schnittpunkt passt beides zusammen.

Die Begriffe auf einen Blick

BegriffZeichenso berechnetim Bild
Menge in MEgegebenwaagerechte Achse
Preis in GEsenkrechte Achse
Nachfragefunktion (Preis-Absatz-Funktion)fallende Geradeblaue Kurve
Angebotsfunktionsteigende Geradeorange Kurve
Höchstpreis (Prohibitivpreis)Zahl ohne Schnitt der blauen Kurve mit der Preisachse
Sättigungsmenge mit Zahl ohne geteilt durch Zahl vor Schnitt der blauen Kurve mit der Mengenachse
MindestangebotspreisZahl ohne Schnitt der orangen Kurve mit der Preisachse
Preisänderung je MEableitenSteigungsdreieck an der Kurve
Gleichgewichtsmengeaus Schnittpunkt, waagerecht abgelesen
Gleichgewichtspreis eingesetztSchnittpunkt, senkrecht abgelesen
ökonomischer Definitionsbereichvon bis zur Sättigungsmengeblaues Stück der Kurve

Übungen

Gesucht sind jeweils Gleichgewichtsmenge und Gleichgewichtspreis.

a) und

b) und

c) und

d) und

e) und

f) und

Lösungen Schritt für Schritt

a) ; ; ; ; ; Probe ;

b) ; ; ; ; ; Probe ;

c) ; ; ; ; ; Probe ;

d) ; ; ; ; ; Probe ;

e) ; ; ; ; ; Probe ;

f) ; ; ; ; ; Probe ;